Wichtige Neuerungen bei IAB und Sonder-AfA

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Im JStG 2020 ist die Regelung zum Investitionsabzugsbetrag zielgenauer ausgestaltet worden, um den Folgen der Coronapandemie steuerlich entgegenzuwirken. Dabei hat der Gesetzgeber einerseits die Möglichkeiten, Abschreibungspotenzial in ein Wirtschaftsjahr vor Anschaffung oder Herstellung begünstigter Wirtschaftsgüter vorzuverlagern, erweitert und mit diesem Stundungseffekt die Finanzierung geplanter Investitionen weiter erleichtert. Andererseits wurde auch die Gelegenheit genutzt, ungewollte Gestaltungen zu vermeiden.

Die begünstigten Investitionskosten werden von 40 % auf 50 % angehoben (§ 7g Abs. 1 S. 1 EStG). Dadurch wird der Liquiditätsgewinn der anspruchsberechtigten Unternehmen weiter gesteigert und die Regelung gewinnt deutlich an Attraktivität. Entsprechend steigen auch die außerbilanziellen Hinzurechnungsbeträge sowie die Abzugsbeträge auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der begünstigten Wirtschaftsgüter. Gegenläufig sinken die begünstigten Investitionskosten von 500.000 EUR auf 400.000 EUR.

Bislang waren nur Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens begünstigt, die im Jahr der Investition und im Folgejahr ausschließlich oder fast ausschließlich, d. h. zu mindestens 90%, im Betrieb genutzt werden. Nunmehr fallen auch in diesem Zeitraum vermietete Wirtschaftsgüter in den Anwendungsbereich des § 7g EStG und zwar unabhängig von der Dauer der Vermietung.

Gemäß § 7g Abs. 1 S. 2 Nr. 1 EStG gilt nunmehr für alle Einkunftsarten eine einheitliche Gewinngrenze i. H. v. 200.000 EUR als Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen. Die von der Einkunftsart unabhängige einheitliche Gewinngrenze führt zu einem zielgenaueren und in der Praxis deutlich praktikableren Abgrenzungskriterium.

Alle Beiträge sind nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung und Gewähr für deren Inhalt kann jedoch nicht übernommen werden. Aufgrund der teilweise verkürzten Darstellungen und der individuellen Besonderheiten jedes Einzelfalls können und sollen die Ausführungen zudem keine persönliche Beratung ersetzen.

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